Makler sind auch nur Menschen…

„Das Geschäft mit der Verzweiflung  – Um Provision zu kassieren, müssen Makler oft nicht viel leisten. Ein Telefonat kann reichen, um vierstellige Summen zu verdienen.“ So titelt der Focus Online vom Dienstag, 27.04.2010 „Am häufigsten kritisieren Mieter, dass die Makler zu wenig über die Immobilie wissen, das Blaue vom Himmel versprechen oder sie für die Provision zu wenig Vermittlungsleistung erbringen.“ (Zeit Online, 23.9.2010) Lebenswahrheit oder Horrorvorstellung? Hier 2 reale Beispiele: Makler A hat in seinem Angebot ein recht günstiges, momentan voll vermietetes Mehrfamilienhaus. Das Expose auf einer Internetplattform liest sich ganz nett, nur die Fotos… na ja, könnten irgendwie aussagekräftiger sein. Recht klein, zu dunkel und überhaupt…. Aber gut, die Kaufinteressierten rufen den Makler an, um einen Besichtigungstermin zu vereinbaren. Die erste „Überraschung“! Eine nuschelnde, schleppende, schlecht verständliche Stimme mit Desinteresse signaliesierenden Klang  meldet sich und fragt nach dem Begehr. Das entsprechende Sprüchlein wird  aufgesagt und zwei mögliche Termine vorgeschlagen. Ach, doch nicht so schnell….. er will sich wieder melden. Innerlich ist man ja schon auf Abwehr gegangen, aber das Angebot lockt, deshalb wird geduldig gewartet. Ein Tag, zwei Tage, drei Tage…. und dann endlich! Am vierten Tag meldet sich die Nuschelstimme wieder und siehe da, die Kaufinteressenten können doch tatsächlich zur Besichtigung kommen. Aber nur heute um 17 Uhr! Schade, dass es bereits 15.30 Uhr ist —  es ist also ein gewisses Tempo angesagt. Hintergrund der Verzögerung sei  gewesen, dass der derzeitige Eigentümer gern bei dem Besichtigungstermin anwesend wäre und vorher keine Zeit gehabt habe. Wäre vielleicht ratsam gewesen, diesen Sachverhalt beim ersten Telefonat gleich anzugeben, dann hätte man ja Verständnis gehabt. Oder wie wäre es mit einer kurzen telefonischen Zwischeninfo gewesen? Von jetzt an kann eigentlich alles nur noch besser werden oder? Sollte man meinen, aber…. Ein allein schon durch die Körpersprache desinteressiert und abweisend wirkender Makler und ein aufgeregter, sehr nervöser Eigentümer erwarten die Kaufinteressenten. Und das sogar pünktlich. Jetzt vergeben die Interessenten den 1. Pluspunkt! Aber sofort gibt es wieder einen Dämpfer! Kaum ist die Schwelle der Eingangstür überschritten, hätte der Makler doch gern eine Unterschrift. Ist zwar legitim, jedoch von einem guten Gespür oder gar Kundenbindung hat der gute Herr Makler wohl nicht so die Ahnung. Auch Kenntnisse über das Haus sind nicht vorhanden, dafür gibt es ja den Eigentümer! Gezielte Fragen nach dem Alter der Heizung oder der Fenster werden sofort ratlos an diesen weitergereicht. Der gute Mann scheint schon Übung zu haben, denn die Antworten kommwn wie aus der Pistole geschossen. Sämtliche Mieter hatten vorherige Info, dass eine Besichtigung stattfindet. 2. Pluspunkt! Alle Wohnungen wurden im Schnelldurchlauf absolviert, man will ja die (wirklich) netten Familien nicht unnötig belästigen. Die Kaufinteressenten sind auch wieder um eine Erfahrung reicher. Expose ist toll, die Wirklichkeit — sagen wir so:  Sie sieht leider doch etwas anders aus! Doch, höflich war der Makler. Er will die Kaufinteressenten zur Ausgangstür geleiten — erwischte jedoch die klar erkennbare Kellertür. Huch, ist hier nicht der Ausgang? Vielleicht wäre das vorherige Studium der Grundrisse bzw. des Exposes doch ratsam gewesen. Ach ja, Nuschelstimme fragte nie wieder nach, ob evtl. noch Interesse besteht! Anmerkung: Tatsächlich so geschehen, wie hier dargestellt. Auch Makler B bietet ein Mehrfamilienhaus an, allerdings ist es momentan komplett leerstehend. Auch dieses Angebot haben die Kaufinteressenten auf einer Internetplattform gefunden. Das Expose wirkt sehr ansprechend, wichtige Fakten genannt, aufbereitete...

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